Allgemeines über Nagelpilz

Das sind Nägel mit PilzbefallRund 12 % der Bevölkerung in Deutschland leidet unter Nagelpilz. Am häufigsten sind ältere Menschen von dieser Pilzinfektion betroffen. Bei Kindern ist er eher seltener zu beobachten. Bei der Altersgruppe der über 40-Jährigen, sind es zwischen 20 – 30 %, die einmal jährlich darunter leiden. Der Nagelpilz ist sehr ansteckend und kann sich unbehandelt schnell zum Fußpilz ausweiten.

Definition

Die lateinische Bezeichnung von Nagelpilz ist Onychomykose. Es handelt sich um eine, durch pathogene (krankmachende) Pilze, hervorgerufene Infektion der Nägel. Hierbei sind die Zehennägel 4-mal häufiger betroffen als die Fingernägel. Es kann eine vollständige Zerstörung der Nägel eintreten, wenn der Nagelpilz unbehandelt bleibt.

Arten von Nagelpilz

Einteilen lässt sich der Nagelpilz in fünf unterschiedliche Erscheinungsformen. Es handelt sich um:

  • die distolaterale subunguale Onychomykose (Nagelpilz)
  • die proximale subunguale Onychomykose (Nagelpilz)
  • die Leukonychia trichophytica
  • die dystrophische Onychomykose (Nagelpilz)
  • die Onychia et Paronychia candidosa

Am häufigsten, mit einem prozentualen Anteil von 90, tritt die distolaterale subunguale Onychomykose (Nagelpilz) auf. Dieser Form des Nagelpilzes beginnt am vorderen Rand eines Nagels. Von dort aus breitet er sich in Richtung Nagelwurzel aus.

Rund 3 – 5 % ist das Auftreten der proximale subunguale Onychomykose (Nagelpilz). Der Verlauf ist hier entgegengesetzt. Über die Haut des Nagelwalls treten die Pilzerreger ein. Sie befallen zunächst die Nagelwurzel, dann die Nagelplatte und breiten sie aus, bis sie die Nagelspitze erreicht haben.

Die dritte Form, die Leukonychia trichophytica, hat ihren Namen aufgrund der Verfärbung erhalten. Der Nagel ist in diesem Fall charakteristisch weißlich gefärbt. Die Pilzerreger hierbei sind die Trichophytonen (Gattung der Fadenpilze). Bei der dystrophischen Onychomykose (Nagelpilz) kann es zur vollständigen Zerstörung des Nagels kommen. Am Anfang steht eine erhebliche Schädigung und Veränderung im Aufbau und der Funktion des Nagels.

Onychia et Paronychia candidosa ist eine Form des Nagelpilzes deren Ursache fast ausschließlich Hefepilze sind. Es handelt sich um die Gattung Candida und da ganz speziell um Candida albicans. Beginnend mit einer chronischen Entzündung des Nagelwalls. Ferner zeigt sich eine unregelmäßige Struktur der Nagelplatte. Der Nagel nimmt eine grünlich – bräunliche Verfärbung an.

Ursachen von Nagelpilz

Ursächlich für die Entstehung einer Nagelpilz-Infektion sind 3 Hauptgruppen von Pilzen. Dabei handelt es sich um eine Onychomykose (Nagelpilz), die Schimmelpilze oder die Hefepilze. Der Übertragungsweg ist eine direkte oder eine indirekte Schmierinfektion. Damit sie sich nach der Ansteckung vermehren können, sind andere prädisponierende Faktoren bzw. Risikofaktoren die Basis. Beispiele hierfür sind:

  • fortgeschrittenes Alter
  • geschwächtes Immunsystem
  • Grunderkrankungen wie Diabetes
  • Einnahme bestimmter Medikamente
  • feucht-warmes Klima

Nagelpilz Symptome

Ein kurzer Überblick der häufigsten Symptome:

  • Nägel werden brüchig
  • Nagelschichten spalten sich ab
  • Verdickung der Nagelplatte
  • Nägel zeigen weiße Flecken bzw. Streifen
  • Nägel verfärben sich zunächst weiß, dann gelblich bis Braun
  • Entzündungen des Nagelbetts

Die Diagnose

Anhand der vielen verschiedenen Arten der Erreger lässt sich erahnen, wie viele Untersuchungen notwendig sind, um die endgültige Diagnose stellen zu können. Es ist:

  • die klinische Inspektion
  • die Untersuchung vom Nativpräparat (Materialprobe des infizierten Nagels)
  • das Anlegen einer Pilzkultur
  • die Differenzialdiagnose

Begonnen wird in der Regel mit der klinischen Inspektion. Darunter ist zu verstehen, dass der Hausarzt oder der Dermatologe (Hautarzt) die Nägel anschaut. Er achtet auf die charakteristischen Symptome, die zuvor beschrieben wurden. Für eine eindeutige Diagnose, ob es sich um eine Nagelpilz-Infektion handelt, ist der Nachweis der Erreger zu führen. Das geschieht, indem mikroskopische Untersuchungen am Nativpräparat vorgenommen werden. Vor der Entnahme wird der Nagel mit 70-prozentigem Alkohol gereinigt. Nachdem der Nagel so weit wie möglich zurückgeschnitten wurde, werden mit einer kleinen Fräse etliche Nagelpartikel entnommen. Unter einer 10 – 40-fachen-Vergrößerung, werden Pilzgeflechte oder Pilzsporen unter dem Mikroskop sichtbar. Nun ist zwar gesichert, dass die Diagnose Nagelpilz korrekt ist, aber der Erreger konnte noch nicht ermittelt werden. Das kann nur mit dem Anlegen einer Pilzkultur geschehen.

Die Bestimmung der konkreten Pilzart mittels der Pilzkultur ist notwendig, um das effektivste Medikament für die Behandlung zu bestimmen. Dabei ist es schon wichtig zu erfahren ob es Hefepilze oder Dermatophyten (Fadenpilze) sind, welche für die Infektion verantwortlich sind.

Zum Anlegen der Pilzkultur wird das gewonnene Probenmaterial mit den Pilzerregern im Labor angezüchtet. Dafür wird ein geeigneter Nährboden bei Raumtemperatur 3 bis 4 Wochen lang beobachtet. In der Pilzkultur wachsen Pilzkolonien, durch welche sich bestimmen lässt, um welche spezifische Pilzart es sich handelt.

Abschließend wird die Differenzialdiagnose bei der Diagnostik von Nagelpilz erfolgen. Es kommen für Nagelveränderungen, durchaus auch andere Erkrankungen in Betracht. Zu denken ist hierbei an:

  • Nagelpsoriasis
  • Ekzemnägel
  • Knötchenflechte des Nagels (Lichen ruber)
  • angeborene Nageldystrophien
  • erworbene chronische Nageldystrophien

Nachdem nur klar feststeht, nicht nur dass es sich um einen Nagelpilz handelt, sondern auch welcher Erreger dafür verantwortlich ist, kann mit der Therapie begonnen werden.

Was sind Risikofaktoren?

Es sind einige Risikofaktoren, die den Nagelpilz begünstigen. Betroffen von der Pilzinfektion ist zu Beginn meist nur einer der Nägel. Das Wachstum beginnt am vorderen Rand des Nagels. Der Pilz dringt von dort aus ein und schiebt sich unter die Nagelplatte. Gefördert wird das Wachstum des Pilzes durch:

  • feucht-warmes Milieu
  • Schuhwerk, welches nicht atmungsaktiv ist
  • zu enge Schuhe (Bildung von Druckstellen)
  • starke Schweißbildung (Hyperhidrose)
  • Durchblutungsstörungen (beispielsweise Diabetes mellitus)
  • Ekzeme
  • Verletzungen (beispielsweise durch Fußbehandlungen)

Prognose

Fakt ist, dass eine Nagelpilz-Infektion nicht ohne einer adäquaten Therapie vollständig ausheilt. Es ist von einem langsamen Fortschreiten auszugehen, bis die Infektion einen chronischen Verlauf nimmt. Das bedeutet auch, dass die Behandlung nicht frühzeitig abgebrochen wird. In diesem Fall besteht die Gefahr, dass ein Teil der Pilzerreger zurückbleiben. Diese führen dazu, dass sich der Nagelpilz erneut ausbreiten kann.

Die Behandlung kann in Eigenregie erfolgen. Entscheidet man sich für die topische Therapie, ist das dafür erforderliche lokale Antimykotika, in der Regel rezeptfrei erhältlich. Bei richtiger Anwendung und konsequenter Umsetzung sollte der Nagelpilz vollständig verschwinden. Bildet sich der Nagelpilz trotz der gezielten Maßnahmen erneut, sollte eine Art zurate gezogen werden.

Prophylaxe

Bei Nagelpilz handelt es sich um keine lebensbedrohliche Krankheit, aber sie ist unangenehm und die Behandlung dauert extrem lange. Deshalb sollte man ihm vorbeugen. Hier einige Hinweise, die dazu beachtet werden sollten. Am Anfang steht die Hygiene und Pflege der Nägel. Es schließt sich eine ausgewogene Ernährung zur Stärkung des Immunsystems und regelmäßige Bewegung an. Das richtige Schuhwerk und die geeigneten Socken sind zu wählen. Der Nagelpilz ist ansteckend, wird aber nicht nur durch den direkten Kontakt zwischen den Menschen übertragen. Es handelt sich um eine Schmier- und Kontaktinfektion. Also können auch Gegenstände bzw. Oberflächen die mit den Füßen (auch Händen) in Kontakt kommen als Infektionsherd angesehen werden.

Hier ein kurzer Überblick:

  • Teppiche
  • Türklinken
  • benutzte Nagelscheren
  • benutzte Feilen
  • Handtücher
  • Schuhe

Allgemeine Verhaltensmaßnahmen beim Nagelpilz Befall

Gegenstände, die von infizierten Menschen benutzt worden, sind gründlich desinfizieren, ansonsten sollte auf eine Reinigung geachtet werden. Ein Einwachsen von Nägeln kann vermieden werden, wenn sie kurz geschnitten sind (Nagelschere und Feile desinfizieren). Personen, welche an Nagelpilz erkrankt sind, sollten ein separates Handtuch benutzten. Ferner sollten sie Hausschuhe tragen, damit die Erreger nicht auf den Teppich übertragen werden. Besondere Vorsicht ist in öffentlichen Einrichtungen wie der Sauna und dem Schwimmbad angesagt. Entweder ist es gestattet, seine eigenen Badelatschen zu tragen, ansonsten ist eine gründliche Reinigung der Füße nach dem Verlassen der Sauna oder des Bades, das oberste Gebot.

Werden die Socken bei 60 Grad gewaschen, werden die Erreger für Nagelpilz abgetötet. Hilfreich ist es, Schuhe nach dem Tragen zu desinfizieren. Antipilzmittel gibt es im Handel zu kaufen. Auch einige Hausmittel können helfen. Schon prophylaktisch sollten Lederschuhe bevorzugt getragen werden. Die Fußfeuchte wird durch das atmungsaktive Material nach außen abgegeben. Um die Schuhe im Inneren vor eindringender Nässe zu schützen, hilft Schuhcreme. Vorsicht auch beim Tragen von Schuhen anderer Personen.

Ältere Menschen, Personen mit geschwächtem Immunsystem, Diabetiker und Menschen, die schlecht an ihre Füße heranreichen, sollte regelmäßig eine Pediküre in Anspruch nehmen. Denn die geringsten Verletzungen sind die besten Eintrittspforten für den Pilzbefall.